Update: Neue Bücher braucht das Land und Lesungen bestimmt auch

Hallo liebe Gemeinde,

 

man glaubt es kaum, aber doch die beiden Poeten leben noch, auch wenn es hier in der letzten Zeit eher recht wenig Neues gab. Aber die Pläne die Weltherrschaft an sich zu reißen, haben sie abgehalten etwas zu posten, was sich aber jetzt wieder ändern soll.

In etwa einem Monat (genau gesagt am 13.November) kommt die Anthologie „Spurenfragmente“ raus. Was das ist? Das hier:

 

Ein Mann in einer Bar. Ein Banker, der an seinem Leben zerbricht. Ein Abschiedsbrief für einen, der mit dem Leben abgeschlossen hat.  Ein Abend ohne Erinnerung. Eine hoffnungslose Liebe. Ein einsamer Mann.  Ein Mann, den keiner versteht und ein Kommissar, der vom Verfolger zum Verfolgten wird.

Erzählungen, die durchbrochen von Schlaglichtern des Lebens, die Fragmente einer Spur ergeben. Wohin diese führt, bleibt offen.

 

Neben den Texten der beiden hoffnungslosen Fälle Dom Neu und Gerd Traut finden sich darin auch Geschichten von  anderen jungen Autoren.

Dazu wird es auch wieder die ein oder andere Lesung geben, welche unter „Lesungen“ zu finden sind.

 

Was sonst noch gerade so geschieht:

Dom Neu hat gerade seinen Roman „Ausgespielt“ fertig gestellt, welcher sich derzeit nun in der Überarbeitungsphase befindet (also der Roman, der Pseudo-Poet tut den ganzen Tag nichts, der überarbeitet  sich höchstens mit Nichtstun). Der Erscheinungstermin dürfte am Ende diesen oder am Fang des nächsten Jahres liegen (wobei man ja nie vergessen darf, dass am 21.Dezember die Welt untergeht und alle Erscheinungen danach entweder Makulatur oder der Post-Apokalyptischen Literatur zuzuschreiben sind). An seinem nächsten Projekt, der Erzählsammlung „Am Ende des Regenbogens“ , hat Dom Neu bereits zu arbeiten begonnen. Mehr dazu demnächst hier.

Gerd Traut werkelt fleißig an seinem Kriminalroman „Der Kommissar“, welcher ebenfalls zu Beginn des nächsten Jahres erscheint.

Vielleicht – und ja, das ist eine Drohung – gibt es von diesen Sachen (oder sind die beiden doch gar Menschen) demnächst hier wieder den ein oder anderen Ausschnitt zu lesen.

 

Bleibt anständig, denn wir sind es nicht

Eure Young Bavarian Poets

 

Seitenbetreuer am 13.10.12 10:11, kommentieren

Spurenfragment IX: Alles wie immer - aussichtslos

Spurenfragment


Alles wie immer – aussichtslos

Der Alkohol läuft.

Die Stimmung ist gut.

Ein guter Abend.

Für den Laden.

Für den Chef.

Für mich auch.

Gutes Trinkgeld.

Von Alkoholleichen, deren Lebern auch heute wieder Überstunden einlegen müssen.

Die Leber eines Quartalsäufers wird ebenso ausgebeutet wie der normale Arbeitnehmer.

Ich Ausgebeutete helfe den Trinkern beim Ausbeuten ihrer Leber.

Hier ist jeder betrunken.

Wer es jetzt noch nicht ist, der wird es bald – dafür werd ich sorgen.

Nüchtern kommt mir hier keiner raus.

Niemand außer mir selbst.

Eine muss ja nüchtern bleiben.

Ich mach das.

Ich kann das.

Hoffentlich.

Wär das erste Mal.

Dieser Job geht an die Substanz.

Meine Substanz besteht bald nur noch aus Alkohol – wie bei jedem hier.

Macht hier aber niemanden was.

Mir schon.

Lange mach ich das nicht mehr mit.

Mein Körper vielleicht auch nicht.

Aber der zählt nicht.

Aber ich will all das nicht mehr.

Anderer Job? Was denn?

Hauptschule abgebrochen.

Erste Lehre abgebrochen.

Zweite auch.

Dritte gar nicht mehr angetreten.

Unqualifiziert.

Und unglücklich.

Vorm Zug oder von der Brücke?

Keine Ahnung.

Entscheide ich aber auf jeden Fall noch heute Nacht.

 

Oder ich komm morgen wieder her.

In den Alltagstrott.

In die alkoholgetränkte Hölle.

Von einer Hölle in die andere?

Das sind Perspektiven.

Selbstmitleid – das Mittel dagegen: Alkohol.

Den guten Vorsatz vergessen und die Sorgen runterspülen.

Ein weiterer ganz normaler Abend in meinem aussichtslosen Leben.

 

 

Dom Neu am 24.9.12 18:53, kommentieren

Du


Wer bist Du, dass Du

Leuten Hoffnung schenkst,

Ängste erkennst

und ihnen immerzu versprichst?


Ich kenne Dich,

wir sind uns ähnlich,

du hältst Dich für männlich

und sagst, Du kennst mich nicht.


Woran macht man die

Zukunft fest,

reicht dazu Vernunft

oder ist es mehr profan?


Sie haben Sehnsucht,

auch ich,

ich brauche ein Licht,

eine sichere Bucht.


Das alles kannst Du geben

und noch viel, viel mehr,

Träume himmelhoch.

Sag, erzählst Du das jedem?


LeTraut am 16.9.12 13:02, kommentieren

Gedanken eines Mannes im mittleren Alter...

(April 09)


Ich stehe im Stau, auf der Autobahn, auf dem Weg nach Hause. Ich bin Apotheker. Eigentlich wollte ich Arzt werden, schon als kleiner Junge. Dafür hat es aber nicht gereicht, nicht einmal zum Zahnarzt oder Veterninärmediziner. So bin ich Apotheker geworden, wie mein Großvater. Allerdings konnte ich nicht seine Apotheke übernehmen. Sie ist abgebrannt und er mit ihr. Zu der Zeit war ich noch ein kleiner Junge, aber ich habe ihn gern gemocht, meinen Opa. Jetzt bin ich selbst einer. Mein Enkel hat letzten Monat das Licht der Welt erblickt, im Wonnemonat Mai. Ich mag solche bildlichen Begrifflichkeiten, bin kein Mann für das Abstrakte. Ich mag es einfach, geradlinig, und bunt, und ich mag es, wenn das Essen rechtzeitig auf dem Tisch steht. Das sind Dinge, die ich mag. Ich bin bescheiden. Meine Frau schlage ich nur selten. Nicht mehr jeden Tag. Nur, wenn sie mir meine einfachen, bescheidenen Wünsche nicht erfüllen will. Die Kinder wissen nichts davon, glaube ich zumindest. Ich habe es ihnen nie erzählt. Ich habe sie auch nicht aufgeklärt. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, warum meine 17-jährige Tochter nun ein Kind hat. Muss es aber nicht sein. Sie wohnt noch zuhause. Im Gegensatz zu Klara, der ältesten. Sie ist vor Jahren ausgezogen. Sie hat kein Kind, trotz festem Freund. Dabei hätte ich mir so ein Enkelchen von ihr gewünscht. Sie ist meine Lieblingstochter. Daran gibt es keinen Zweifel, auch nicht für meine anderen Kinder. Jürgen, der jüngste der drei ist 11. Er spielt den ganzen Tag mit seiner Playstation. Soll er, es ist mir gleich. Ich will, dass er Arzt wird. Ich tue alles dafür. Ich gehe in jede Sprechstunde in der Schule, zu jedem Elternabend. Die Lehrer kennen mich, alle. Sie haben Angst vor mir. So kommt es mir zumindest bisweilen vor, wenn sie hinter meinem Rücken beratschlagen, wen sie dieses mal vorschicken sollen. Sie sind alles Feiglinge. Kein Rückgrat. Mein Vater hat mich gelehrt, hart zu sein. Er war im Krieg, er wusste, dass ein Mann unerbittlich sein musste, wenn er sein Leben und das seiner Familie beschützen wollte, tausend Kilometer von Daheim. Mein Sohn soll eine Hochbegabtenförderung erhalten. Ich schreibe jede Woche einen Brief an das Kultusministerium, bisher ohne Erfolg. Aber ich will nicht klein beigeben, niemals. Eher fahre ich zur Hölle.
Im Stau geht nichts vorwärts. Im Radio melden sie einen Unfall, drei Kilometer vor mir. Fünf Tote. Die sind mir egal. Mich interessiert die Vollsperrung. Sie kann Stunden dauern. Das macht mich wahnsinnig. Ich will nach Hause. Ich hatte einen anstrengenden Tag. Ich besitze meine eigene Apotheke. In der Ingolstädter Straße in München. Ich habe sie gekauft. Die Schulden drohen mich aufzufressen. Sie sind mir egal, es war immer mein Wunsch, ein eigenes Geschäft zu besitzen. Der Umsatz ist gut, die Ausgaben halten ihm aber die Wage bisher. Meine Gläubiger sind in Wartestellung, bereit, loszuschlagen, sollte das Geschäft einmal nicht mehr laufen. Meinem Freund ist es passiert. Damals, als diese verdammten Versanfapotheken im Interet reihenweise aus dem Boden geschossen sind. Kein Mensch wollte mehr seine teuren Preise zahlen, das Geschäft lief nicht mal mehr schleppend. Sofort waren die Banken da und haben den Laden auseinandergenommen, Stück für Stück. Ihm ist nichts geblieben. Er hat sich über dem Trümmerhaufen seiner Existenz erhängt. Die Idee ist mir in ihrer geradlinigen Konsequenz symphatisch. Der Mann hatte Courage, hatte Rückgrat. An solchen Männer will ich mir ein Beispiel nehmen. Damals war ich selbst nur ein einfacher Angestellter, arbeitete im ersten Haus am Platz, wenn man das so sagen kann. Meine eigene Apotheke habe ich nun seit drei Jahren, endlich, muss man in meinem Alter sagen. Ich bin Ende fünfzig, das fällt einem schon lange nichts mehr von alleine zu. Da muss man sich langsam Gedanken um die Altersvorsorge machen, wenn es nicht so machen will, wie mein Freund. Auf die Kinder ist doch heutzutage auch kein Verlasse mehr. Zur Zeit ging es mit dem Geld laufend knapp raus, gegen Monatsende, wenn die Leute weniger kauften, wird es auch für mich eng. Da bin ich sogar um jeden Euro froh, den mir meine Mutter überweist. Sie wohnt im Alersheim. Ich habe das so veranlasst. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie uns zuhause zur Last fiele. Darum habe ich sie rechtzeitig überredet, freiwillig ins Heim zu gehen. Man kann nie wissen, was einem alles passieren kann, wenn man allein im Haus ist. Sie lebte seit dem frühen Tod meines Vaters jahrelang einsam im Elternhaus, aber wer weiß, wie schnell sie bei einem auf der Türschwelle stehen und darum bitten kann, einziehen zu dürfen, sie brauche Pflege. Bloß nicht. Meine Frau hat mit dem ganzen Haushalt genug zu tun, da will ich ihr nicht auch noch meine Mutter aufbürden. Dort im Heim hat sie es gut. Bestimmt. Es ist auch nicht billig. Auf meine Großzügigkeit will ich nichts kommen lassen.
Dabei fällt mir mein alter Lehrer Spengler ein. Er war ein Bär von einem Mann, gab bei uns Deutschunterricht in der 6. Klasse. Er hat mir beigebracht, hochdeutsch zu sprechen. Er hat mir damit einen großen Dienst getan. Überhaupt sollte allen Kindern die Hochsprache beigebracht werden. Dialekte sind ein Relikt von gestern. Aber das nur beiläufig. Er hat mir erzählt, wie ein Mann sich zu verhalten hat in der Familie und unter Freunden. Haltung, hat er gesagt, Haltung sei das A und O, wer keine Haltung bewahre in jeder nur erdenklichen Situation, sei kein Mann, sondern eine Maus. Würde war sein anderes Lieblingswort, ein Synonym für Haltung. Beides brauchte der echte Mann. Wenn ich nicht aufgepasst hatte, in seinen Stunden, verpasste er mir eins mit dem Rohrstock. Es kam nur selten vor, dass er mich schlagen musste. Ich hatte seine Grundsätze verinnerlicht, verehrte sie glühend. Er hat einen Mann aus mir gemacht, nicht mein nichtsnutziger Vater. Der konnte nur saufen. Er war Arzt, aber ein schlechter, hatte immer einen Flachmann im Kittel, immer eine Flasche Schnaps im Schreibtisch. Er hat meine Mutter nie geschlagen, auch seine Kinder nicht. Das war ein Fehler, so konnte man keine verantwortungsbewussten, demütigen Kinder erziehen. Er hat sich zu Tode getrunken. Das wird mir nicht passieren. Ich trinke nur einmal in der Woche in Glas teuren Rotwein. Das reicht. Dafür rauche ich. Jeden Tag eine Schachtel, wenn ich aufgeregt bin, mehr. Ich rauche sie bis zum letzten kleinen Stummel, den ich gerade noch so halten kann. Ich habe ganz gelbe Finger davon. Auf meinen Händen machen sich die ersten Altersflecken breit. Ich überlege, sie operativ entfernen zu lassen. Mein Arzt meint, ich solle noch warten. Meine Schläfen sind längst ergraut, der Rest meiner Haare auch, sie sind aber noch voll. Ich habe ein Problem mit meinem Alter, das gebe ich offen zu. Es wird aber nicht besser davon. Alte Leute gelten als Weise. Ich halte das für lächerlich. Alte Leute sind der Abschaum der Gesellschaft. Sie sind überflüssig, das ist es. Wie lange ich noch gebraucht werde, darüber mache ich mir keine Gedanken, nicht einmal darüber, ob ich überhaupt gebraucht werde von irgendwem. Mein Lehrer Spengler war mein großes Vorbild, ist es heute noch. Ein Schüler in der Oberstufe hat ihn mit einem Messer erstochen, als er seinen Mann stand und ihm eine Lektion erteilen wollte. Der Junge kam ins Gefängnis, um sie zu lernen. Spengler war kein solcher Duckmäuser, wie die Lehrer meines Sohnes, obwohl sie an der selben Schule unterrichten, wie er damals. Meine älteste Tochter ist Zahnarzthelferin, immerhin. Medizin, das liegt in der Familie. Die jüngere Tochter will Schauspielerin werden. Dafür habe ich kein Verständnis. Das ist auch der Grund, warum ich keinen Fernseher besitze. Sie soll sich dieses Hirngespinst aus dem Kopf schlagen, sage ich ihr, aber sie hört mir nicht zu, ist ungehorsam. Ich dulde dieses Verhalten, noch. Manchmal aber spiele ich mit dem Gedanken, sie grün und blau zu schlagen, so lange, bis sie ihre verdammte Lektion gelernt hat. Disziplin, das ist meine Lieblingswort und auch meine Kinder würden das lernen müssen, früher oder später.
Meine Frau ist zwei Jahre jünger, als ich. Sie hat sich überraschend gut gehalten, viel besser als ich. Die alte Hexe ist eben genauso zäh wie ihre Mutter, die sich zum Glück die Radieschen schon lange von unten ansieht. Wenn etwas noch schlimmer gewesen wäre, als seine eigene Mutter daheim gepflegt zu bekommen, dann, sie hier zu haben. Sollte sie doch verrotten. Ich fasse meiner Frau schon lange nicht mehr an den Hintern. An ihm hat der Zahn der Zeit am deutlichsten genagt. Er ist faltig und schlaff. Sie mochte das ohnehin nie, bloß traute sie sich das nie zu sagen. Sie wusste schon früh, dass ich Wert auf Disziplin lege, auch auf Demut. Demut ist mir ebenso wichtig, wie Disziplin. Das sind die Grundtugenden des Menschengeschlechts. Sie sollten groß auf jeder Schultafel eingemeißelt werden, damit die Kinder sie beherzigen lernten. Die Jugend von heute ist mir ein Dorn im Auge. Diese Jugendbanden, die sogar schon durch meinen Wohnort zogen, Mitten in der Nacht, die keine Gesetzt kannten und am allerwenigsten Disziplin und Demut. Man sollte diese Grundsätze in sie hineinprügeln, die Polizie sollte ihnen Recht und Ordung beibringen. Stattdessen wurden solche Strolche Polizisten. In was für einer Scheiß Welt leben wir. Steuerhinterziehung wird härter bestraft als Kindsmord. Kein Wunder, wenn solche Subjekte in die Justiz geraten, in leitende Positionen. Sehen sie sich doch unsere Kanzlerin an. Eine Physikerin aus der DDR. Was soll das? Da können wir uns doch gleich erschießen. Ein Ossi. Oder diese Linkspartei, diese rote Pest, eine scheußliche Eiterbeule des Parlamentarismus. Man sollte sie schleunigst entfernen, bevor sie die Gesellschaft vollständig befällt, wie eine ansteckende Krankheit, wie ein Krebsgeschwür, das einen von innen heraus verfaulen lässt.
Heute erst hat eine alte Dame bei mir ein Mittel für ihr schwaches Herz gekauft. Sie jammerte über ihr Leben und kam dabei auch auf Politik zu sprechen. Sie sagte, sie werde bei der nächsten Wahl grün wählen. Ich fragte noch einmal nach, meinte, mich verhört zu haben, aber sie wiederholte, was ich vorher schon meinte, verstanden zu haben. Ich fragte sie, ob sie noch ganz bei Trost sei, diese Spiritisten zu wählen, die keine Ahnung vom politischen Tagesgeschäft hätten. Mein Bruder sei bei der CSU, im Landtag. Das sei die Partei, die ich seit Jahrzehnten wählte und daran würde sich auch nichts ändern. Auch die FDP sei mir sehr sympathisch, aber ein echter Bayer wähle die CSU und auch sonst jeder, der bei klarem Verstand sei, denn als Bayer fühle ich mich nun wirklich nicht. Sie fragte mich nur, ob ich sie noch alle hätte, und ging. Diese dumm, alte Pute. Ich hätte sie am liebsten geohrfeigt für ihre Dreistigkeit. Sie zeigte mir gegenüber keine Demut und genau da sind wir wieder beim Punkt. Demut, eine Grundtugend. Wer sie beherzigt, kann als gleicher unter gleichen wunderbar auskommen, eine harmonischere Gesellschaft kann man sich kaum vorstellen. Nur, wer diese Tugend vermissen lässt, der ist eine Pestbeule der Gesellschaft, der ist nicht tragbar, der muss abgesondert werden, am besten im Gefängnis, damit er keinen Schaden anrichten kann.
Die Mitbürger, die am wenigsten mit diesen deutschen Tugenden vertraut sind, dürften wohl unsere ausländischen Mitmenschen sein. Sie kommen in unser Land, liegen uns auf der Tasche, weil sie nichts arbeiten wollen. Schmarotzer, sage ich. Rauswerfen fordere ich, alle, sofort. Unser Land wäre wieder ein schöneres ohne sie. Das ist allen klar, nur haben die wenigsten die Aufrichtigkeit, das offen zu sagen. Mehr Worte will ich zu diesem Thema nicht verlieren, sonst kommt mir nur die Galle hoch, bei diesem Pack.
In diesem gottverdammten Stau geht immer noch nichts vorwärts. Wenn diese verblödeten Idioten, die ihn verursacht haben nicht eh schon verreckt sind, werde ich sie eigenhändig erwürgen.
Ein Kollege hat mir einmal bei einem Kongress des Dachverbandes erzählt, dass bei ihm in der Nachbarschaft fast nur noch Ausländer leben, Türken, Albaner, Serben, Russen. Er hat Angst um seine Familie, verständlich. Ich hätte keine ruhige Sekunde mehr, wenn in meiner Gegend solche Leute leben würden. Bei uns gibt es nur Deutsche, anständige Deutsche. Zum Glück. Drei Straßen weiter wohnt eine Sinti Familie. Zigeuner, und ich sage es nicht mal, Zigeuner. Verstehen sie mich nicht falsch, ich mag Zigeunerschnitzel, aber ich will solche Personen nicht in meiner Nachbarschaft haben. Das ist doch normal, oder nicht? Wer will das schon, der möge jetzt die Hand heben. Man muss richtiggehend Angst bekommen, in der heutigen Zeit. Der Kollege tut mir leid, was für ein armes Schwein. Am meisten tun mir aber seine Kinder leid, denn wie sollen sie in einer solch durchmischten Nachbarschaft vernünftig aufwachsen?
Meine Frau ist eine verlogene Schlampe, habe ich das schon erwähnt? Die betrügt mich, da bin ich mir sicher, absolut. Manchmal geht sie Abends weg, aufgetakelt wie eine Galleonsfigur. Sie behauptet, mit Freunden ins Theater zu gehen, oder in die Oper. Das glaube ich nicht. Sie kann mir keinen Bären aufbinden. Ich persönlich gehe nicht weg, nicht mehr. Eigentlich habe ich das nie getan. Vor allem nicht, seit ich Vater bin, denn ich habe einen ernsten Erziehungsauftrag.
Mein älterer Sohn, Friedhelm, musste mir an seinem 18. Geburtstag beichten, dass er noch nie mit einer Frau geschlafen habe. Ich konnte es nicht glauben, nachdem ich das Geständnis aus ihm herausgepresst hatte. Ich beschloss, dass ich mit ihm ein ein Bordell würde gehen müssen, damit der arme Junge endlich einmal einen Stich landen konnte. Er wollte nicht recht, aber Chloe bot an, sich seiner anzunehmen. Sie war alt und hatte ausbordende Kurven. Friedhelm schien völlig verunsichert, aber ich hielt es für das beste, dem Preis entsprechend. Als wir wieder heimfuhren, war mein Sohn sehr schweigsam. Ich denke, es hat ihm gut getan. Er ist arbeitslos. Das muss aufhören, der Junge muss sich nur mal am Riemen reißen, Haltung zeigen. Kann er nicht, sagt er. Tut mir leid, es wird mir peinlich, über ihn zu reden.
Ich habe viele Feinde. Man mag mich nicht. Weil ich ein unangenehmer Zeitgenosse bin. Einer, der die Leute daran erinnert, was sie falsch machen, der sie auf ihre Fehler stößt. Zum Beispiel meine Verkäuferinnen. Zwei von ihnen haben nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Sie kennen kaum das Alphabet. Es ist mir unangenehm. Ständig muss ich sie erinnern, an dies, an das. Alleine kommen sie gar nicht zurecht. Zum Glück habe ich auch drei ältere Damen. Sie kennen sich aus, helfen den Küken über die Runden. Ich weiß nicht, was ich ohne sie tun sollte. Eine ist mir besonders ans Herz gewachsen. Sie ist 47, jung genug. Ich liebe die Oberfläche ihrer Haut und ihren wohlgeformten Po. Uns verbindet eine rein berufliche Beziehung. Andere Geschichten muss ich entschieden zurückweisen. Da ist nicht mehr.
Freunde habe ich keine. Brauche ich auch nicht. Mein einziger Freund ist tot, davon habe ich bereits erzählt. Das Thema ist durch für mich. Ich komme gut zurecht. Ich habe meine Familie, die ich liebe. Meine Frau will sich scheiden lassen. Das sagt sie bei jedem Streit, seit Jahren. Wegen der Kinder, sagt sie, nur wegen der Kinder bleibe sie da, aber mit ihnen gehe irgendwann auch sie. Das glaube ich nicht. Ich glaube, sie hat Angst vor mir. Das sollte sie auch. Menschen sollten zu ihrem Wort stehen, das sie einmal geben, ob vor einem Priester oder sonst wem. Das ist meine Einstellung. Ich lasse sie nicht gehen. Ich habe geschworen, bis an unser Ende bei ihr zu sein. Ich habe nicht vor, mein Wort zu brechen wegen dieser Schlampe. Wir haben ein Haus, wir haben ein Konto. Sie bleibt da. Ich sage das, also ist es so. In diesem Haus zählt nur mein Wort.
Mein jüngster hatte eine Schlägerei in der Schule. Die Lehrer sagen, er habe angefangen. Das ist natürlich lächerlich. Das habe ich auch den Lehrern versucht, klar zu machen. Der Direktor hat sich nicht getraut, mir persönlich zu widersprechen, der verdammte Feigling. Mein Sohn hat trotzdem einen Hinweis bekommen. Ich habe ihn nicht einmal ganz gelesen, nur unterschrieben und ihm wieder gegeben. Was soll das Aufhebens. Körperliche Ertüchtigung hieß das damals bei uns. Verweichlichte Gesellschaft. Ich könnte kotzten.
Meine jüngere Tochter hat mir gestern gesagt, sie wolle ausziehen. Ich kotze sie an, sagte sie. Miststück. Stattdessen will sie zu ihrem Freund ziehen, einem 28-jährigen Kosovo-Albaner, ihrer große Liebe. Ich habe ihn getroffen. Es bricht mein Herz, sie ihm zu überlassen. Aber eins kann sie sich abschminken. Vor ihrem 18. Geburtstag geht nichts. Sicher nicht. Nicht mit mir. Wenigstens die Söhne halten zu ihrem alten Herrn. Aus ihnen kann was werden. Bei meinen Töchtern wäre ich gerne ebenso optimistisch, kann es aber beim besten Willen nicht sein. Ich gestehe es ganz offen, ich mache mir Sorgen um sie, große Sorgen.
Einer meiner Kollegen, mit dem ich wegen des Apothekennotdienstes zu tun habe, ist Inder. Als wir uns vorgestellt wurden, wollte er mir die Hand geben, ich behielt meine, wo sie war. Soll er doch von Anfang an wissen, an wen er da geraten war. Ich habe nichts zu schaffen mit Ausländern, alle asozial, wenn sie mich fragen, alle asozial. Kein Umgang.
Der Stau beginnt, sich aufzulösen. Nur ein paar hundert Meter weiter liegt die Unfallstelle. Zwei Sanka, die Polizei. Ich fahre langsam, vorbei, damit ich etwas sehen kann. Da, ein Blutfleck. Was für eine gottverdammte Sauerei, zu dumm zum Autofahren. Fahranfänger, schätze ich. Was sonst?
Ich komme jetzt schnell voran, es gibt nichts zu sehen, außer einem Kleinwagen, der vor mir auf der linken Spur schleicht und den ich wegblinken muss. Ich schneide ihn. Er muss bremsen, weicht aus, zeigt mir den Vogel. Arschloch. Ich parke den Wagen in der Garage. Er war zu teuer, um ihn draußen stehen zu lassen. Empfindlicher Lack. Meine Frau ist noch nicht da, wahrscheinlich einkaufen. Das ist ihr neuester Tick. Damit sie mich nicht so lange sehen muss und ich meine Wut von der Arbeit nicht an ihr auslassen kann. Sie sagt es nicht, aber ich weiß es. Sie ist durch und durch falsch. Vor mir kann sie das nicht verbergen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, warum ich sie geheiratet hatte, aber ich wusste noch, dass ich ein Versprechen abgegeben hatte, das mir ein Beamter abgenommen hatte. Ich stehe zu meinem Wort. Haltung. Und Demut, ihr gegenüber. Sie ist meine Frau und sie bleibt es, ob sie will oder nicht. Ich gehe hinein, ziehe mir etwas bequemes an. Die Lackschuhe poliere ich auf Hochglanz. Das tue ich jeden Tag, es gehört zu meinem Rhythmus. Ich brauche das, einen strikten Ablauf, es tut mir gut. Wenn ich weiß, was ich tun soll, bin ich ein ganzer Mensch. Langsam gehe ich durch das Haus. Mit der Hand streiche ich im Vorüberschreiten über den Steinway-Flügel. Was habe ich in meinem Leben erreicht? Diese Frage beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Wenn man auf die Rente zugeht, beginnt man, sich solche Fragen zu stellen. Meine Kinder konnte ich nicht so formen, wie ich es beabsichtigt hatte. Meine Frau hasst mich, lebt in Angst vor mir. Wenigstens zeigt sie die nötige Demut, wenn ich ihr gegenüber stehe. Meine Kinder nicht. Für sie bin ich nur Dad, der reinkommt, wenn sie mit ihrer Playstation spielen. Die drei jüngeren wohnen noch bei mir, noch. Ich habe ein Haus, einen Laden. Schulden. Zur Genüge. Ich weiß nicht, ob ich sie je werde abbezahlen können. Frühestens aber, wenn ich in Rente gehe und den Laden verkaufen kann. Vererben kann ich ihn nicht. Ich wüsste nicht, an wen. Das betrübt mich. Ich wollte nie Apotheker werden, es ist so passiert. Vielleicht ist es gut so, wahrscheinlich jedoch nicht. Es ist eine Strafe Gottes. So kann ich mich nie verwirklichen. Mein Umfeld gibt nichts auf meine Prinzipien, keiner hört auf mich. Das betrübt mich. Mein Leben ist zutiefst sinnlos, wenn ich darüber nachdenke. Eine Schande. Ich habe immer Haltung bewahrt, habe immer ein anständiges Leben gelebt, habe nie viel verlangt. Doch ich wurde enttäuscht. So macht das keinen Sinn mehr. Ich lasse meinen Blick über die Galerie wandern. Die teuren Bilder, die hässlichen Vasen meiner Frau, die Sofagarnitur aus weißem Leder, den Fernseher, die große Terrassentür und den Pool im Garten. Meine Chancen auf dieser Welt sind verwirkt. Ich bin einer von denen, die zu Lebzeiten geschmäht werden, deren Potenzial man erst erkennt, wenn sie nicht mehr sind. Ich bin ein Mann der Tugenden, ein Mann mit Prinzipien und darum bleibt mir nur eine Wahl. Ich stehe in meinem Arbeitszimmer hinter dem Schreibtisch. Ich höre ein Auto in der gekiesten Einfahrt, ich höre die Türe gehen. Meine Frau. Ich öffne langsam einen der Schubläden. Gebettet auf ein Samtkissen liegt darin ein Revolver, Kaliber .38. Ich höre meine Frau rufen, Helmut, kannst du mir tragen helfen, ich war beim Einkaufen. Ich nehme die Waffe aus der Schublade, wiege sie sachte in der Hand. Sie ist sehr leicht. Ich überprüfe die Kammern der Trommel, überprüfe, ob alle geladen sind. Den Revolver habe ich in Tschechien gekauft, bei einem Dummkopf, der ansonsten mit schrillbunten Gartenzwergen gehandelt hat. Ich schließe die Schublade, mehr Patronen brauche ich nicht, fünf sind mehr als genug. Helmut, bist du da drin, die Quelle der Stimme befindet sich vor der Tür. Ich antworte nicht. Ich spanne den Hahn.

Gerd am 20.6.12 16:24, kommentieren

Liebe (Teil 2)

Ich laufe die Treppen nach oben, nehme immer zwei Stufen auf einmal. Trotzdem habe ich Angst, dass ich zu spät komme. Ich weiß nicht, was sie vorhat. Aber sie ist nun einmal sie und keiner kann vorhersagen, was geschehen wird. Ich weiß das. Ich kenne sie. Als einziger.
Das unerwartete Treffen in der U-Bahn ließ mir keine Ruhe mehr. Ich vernachlässigte das Studium, irrte oft ziellos durch die Stadt, um sie zu finden. Doch wie wahrscheinlich war das bei einer Millionen Menschen? Die Suche nach der Nadel. Doch ich dachte nicht daran, aufzustecken, steigerte mich förmlich in die trügerische Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihr. Meine Freundin begann sich Sorgen zu machen. Sie war ein mitfühlender Mensch und natürlich bemerkte sie meine Angespanntheit. Ich hatte sie schon lange nicht mehr berührt. Sie wusste nicht, was sie tun sollte und doch traute sie sich nicht, mit mir darüber zu reden. Ich sagte ihr natürlich nichts. Es sollte nicht zwischen uns stehen und doch war es da. Unsichtbar und unüberwindlich. Egal, von welcher Seite. Das Ende des Jahres kam und ich war ein menschliches Wrack. Meine Obsession nagte und fraß an mir, wohin ich auch ging und wohin ich mich wenden wollte. Melanie hat sogar meine Mutter angerufen, ob sie uns nicht über Weihnachten einladen könnte. Mir gehe es nicht so gut. Mutter willigte ein und doch war es von vornherein sinnlos. Keiner konnte mich verstehen. Wie auch? Das sah ich ein. Aber es war meine Sehnsucht, nicht die ihre. Natürlich mochte ich Melanie. Sie war für mich da. Und doch konnte ich sie nicht so lieben, wie sie es verdient hätte. Manchmal hasste ich mich dafür, doch dafür fehlte mir inzwischen die Empathie. Meine Eltern nahmen mich auf, wie immer und es vergiftete die Stimmung in der Familie. Alle waren irgendwie froh, als es vorbei war und wir am 25. abends wieder heim fuhren.
Der 3. Januar war ein guter Tag. Ich habe sie wieder gesehen. Im Kaufhaus. In der Drogerieabteilung. Ich zögerte, auf sie zuzugehen. Sie stand vor einem Regal mit Parfüm und probierte lustlos ein paar. Ich drehte mich um, tat so als, sehe ich mir etwas anderes an, um nicht aufzufallen. Beim nächsten Blick hinter mich war sie wieder vom Erdboden verschwunden. Dennoch. Es war gut, sie nur zu sehen. Es gab mir viel zurück. Auch meine Freundin bemerkte am Abend eine Veränderung, die sie sich nicht erklären konnte. Ich wollte es auch nicht und sie fragte nie. In den nächsten Wochen ließ ich immer mehr von meinen Bemühungen ab. Die Einsicht setzte sich gegen mein Verlangen durch. Wenn, dann würde ich sie ohnehin nur zufällig irgendwo treffen. Also hoffte ich einfach darauf, dass es wieder geschehen würde.
Es dauerte keine drei Wochen, bis wir uns wiedersahen. Als wäre es Schicksal. Sie stand an der Kasse zwei Plätze vor mir. Sie drehte sich nicht um, aber ich sah sie unentwegt an. Ich meinte sogar, den Duft ihrer Haare wahrzunehmen. Ich war nicht mehr ich und hielt das alles für absolut normal. Unsere Wege trennten sich wieder, ohne, dass ich sie angesprochen hatte. Aber ich wüsste, dass unser nächstes Aufeinandertreffen nur eine Frage der Zeit sein würde.

Ich begann, meine Freundin weiter zu vernachlässigen, traf keine Bekannten mehr. Ich war stattdessen besessen von dem Gedanken, dass ich sie sehen musste. Melanie sagte auch diesmal natürlich nichts, auch wenn ich ihr den inneren Schmerz anmerkte. Doch ich konnte nichts für sie tun. Ich konnte nicht so tun, als ob sie nicht da wäre. Irgendwann rief sogar ein gemeinsamer Freund an und meinte, ich solle mich wieder mehr um Melanie kümmern. Ich sagte, ich werde es versuchen. Natürlich war das eine Lüge.
Der Tag, an dem ich sie wiedersah, war der 15. März. Es war warm und ich war kurz davor, mein Studium zu schmeißen. Nur die Semesterferien hatten mich davon abgehalten. Ob ich mir lieber einen Job suchen wolle, hatte meine Freundin gefragt. Wir wohnten immerhin zusammen und lebten aus einer Kasse. Ich hatte nein gesagt, sie selbstverständlich nichts.
Ich war an dem Tag im Park. Zum einen, weil ich die Sonne genießen wollte. Zum anderen, weil die Chance bestand, dass ich sie traf. Und da war sie. Wie ein Geist, der unvermittelt auftaucht. Ihr blondes Haar, glänzend in der Mittagssonne. Sie war allein, wie immer zu dieser Zeit. Sie hatte niemanden. Zumindest wollte ich, dass es so war. Ich sah ihr von meinem Platz unter einem Baum aus zu und diesmal sah sie mich auch. Doch sie kam nicht näher. Sie lächelte nicht einmal. Sie ging einfach weiter. Diesmal aber folgte ich ihr. Sie ging sehr langsam. Ich ließ mich hinterher treiben. Ich wollte wissen, wo sie lebte, musste sie endlich ansprechen. Sie erinnerte sich an mich, an unseren gemeinsamen Sommer. Da war ich sicher. Sie musste einfach. Ich würde mich immer daran erinnern. Ich hatte keine Angst.
Ich bin fast oben. Eine eigene, graue Betontreppe führt hinauf bis aufs Dach. Die Tür, die normalerweise fest verschlossen ist, steht offen. Ich kann den Himmel sehen. Er ist verhangen.
Unsere Odyssee dauerte drei Stunden und sieben Minuten und sie endete abrupt für mich. Es war ein Krankenhaus. Sie ging einfach durch die Tür, als wäre das das Normalste, was man sich denken kann. Ich stockte unwillkürlich. War sie krank? Oder kannte sie jemanden, den sie besuchen wollte, vielleicht bloß eine Freundin. Mir war nichts an ihr aufgefallen. Sie sah doch gesund aus. An diesem Tag folgte ich ihr nicht mehr weiter. Ich musste das erst einmal für mich einordnen. Es machte überhaupt keinen Sinn.

1 Kommentar Gerd am 20.6.12 01:09, kommentieren