Eindrücke eines Abends

 

Schweiß.

Kalter Schweiß.

Frischer Schweiß.

Ekelhafter Schweiß.

Feuchte Luft, feuchte Wände.

Warm, heiß, Affenhitze.

Was? Raus an die frische Luft?

Nee, danke, ich bleib hier und tanze weiter.

Nee, ich finds hier gar nicht mal so heiß.

Dann geh doch kurz raus, schnapp frische Luft und komm dann wieder rein.

Ich? Nee, ich finds ok hier.

Ja, bis gleich.

Hitze, Schweiß, unerträgliche Hitze.

Das T-Shirt ein in Schweiß getränkter Putzlappen. Heiß, kalt, vor allem nass.

Aber weitertanzen, nicht ablenken lassen.

Nachtanken nicht vergessen. Zur Bar wanken, Alkohol bestellen. Wasser wäre wohl besser, ich bin betrunken und zwar richtig. Aber Wasser ist der Spielverderber der guten Laune.

Ein Cocktail. Druckbetankung. Weg das Zeug.

Zurück auf die Tanzfläche. Weitertanzen. Der Morgen kommt früh genug. Aber auch das Morgengrauen ist kein Grund mit dem Tanzen aufzuhören.

Hallo, schöne Frau. Auch hier? – Was für ein geiles Stück Fleisch.

Halts Maul und laber mich nicht voll!

Ficken?

Ja!

Sehr gut.

Männerklo. Neidvolle Blicke. Eine Kabine für zwei ganz schön eng. Hose auf, Hose runter, rein damit. Kurz, wenig intensiv, auch nicht gut. Aber trotzdem gut. Wenig Spaß, egal. Schnell fertig, Hose wieder zu. Zweck erfüllt.

Scheiße, Kondom vergessen.

Egal.

Ciao, war schön sagen, auch wenns nicht stimmt und schnell verschwinden. Hoffentlich nicht bis in neun Monaten denken. Gedanken verscheuchen. Am besten mit Alkohol.

An die Bar. Weitertrinken. Zurück auf die Tanzfläche – weitertanzen. Weitertanzen. Immer weiter.

Die Hitze steigt.

Was hindert mich eigentlich das T-Shirt auszuziehen, diesen nassen Lumpen Schweiß? Ok, das Shirt klebt an meinem Körper, das krieg ich so leicht nicht mehr runter. Ich bin auch viel zu betrunken dafür.

Egal weitertanzen.

Nur nicht nachlassen.

Bar.

Tanzfläche.

Tanzfläche.

Bar.

Hitze, immer mehr Hitze.

Ich beginne zu wanken.

Frische Luft.

Wie komm ich hierher? Nicht von selbst auf jedem Fall. Freiwillig? Nie im Leben!

Weitertanzen lautet die Devise.

Meine Beine zucken noch.

Im Takt.

Auch wenn es schon hell ist, kein Grund aufzuhören. Ich scheine zu liegen. Recht weich sogar.

Gras?

Nee, Gras fühlt sich anders an. Ich glaube es ist eine Trage. Jemand trägt mich?

Ich werde entführt.

Von der Tanzfläche entführt. He, Jungs, was soll das?

Ich will weitertanzen. Und davor bitte nochmal an die Bar.

Keine Reaktion.

So ein Scheiß.

Wer trägt mich überhaupt? Sanitäter? Warum? Was soll das? Hey, kommt lasst uns wieder nach unten gehen.

Tanzen und Trinken. Trinken und Tanzen.

Wobei wenn ich schon mal bei euch bin, habt ihr noch Pillen? Ich hab keine mehr und ich brauch dringend welche.

Ich will weitertanzen. Und weitertrinken nicht zu vergessen. Und nicht mehr aufhören, gibt ja auch keinen Grund dazu.

Was soll ich in euren Wagen?

Hab ihr da etwa eure Pillen?

Ok, ich komm mit.

Wir fahren.

Warum?

Wohin?

Blackout.

Halogenlampen. Eine nach der anderen. Sterile Wände. Der Geruch von Desinfektionsmitteln.

Hallo? Weitertanzen!

Krankenhausflur.

Falsche Richtung.

Zurück!

Zurück!

OP-Saal, was soll ich hier? Habt ihr hier was zu trinken? Kann ich hier tanzen? Was ist mit der Musik los?

Schummrig vor Augen.

Schwarz.

Koma.

Tod.